LCD gegen Plasma Technologie
Grundsätzlich basieren beide Technologien - LCD sowie Plasma - auf der sog. „fixed matrix“ Technologie (es existiert eine physikalische Auflösung), erzeugen die Bilder aber auf unterschiedliche Art und Weise. Die LCD-Technologie benutzt eine Lichtquelle die sich hinter einer, auf Glas aufgedampften Schicht von Transistoren und Farbfiltern befindet und damit die gewünschten Bilder, Farben und Helligkeit erzeugt. Was genau hinter der LCD-Technologie steckt, haben wir bereits in einem unserer früheren Newsletter erklärt.
Unterschiede
Bei beiden Technologien stehen die Panelhersteller einem Problem gegenüber - eine homogene Ausleuchtung der großflächigen Displays. Als Hintergrundbeleuchtung werden eindimensionale Spezialröhren verwendet, deren Licht mit Hilfe von Diffuserfolien gleichmäßig auf die zweidimensionale TFT-Scheibe verteilt wird. Dadurch können helle oder dunkle Bereiche auf dem Display vermieden werden.
Das LCD benutzt elektrische Felder - erzeugt durch Transistoren (TFT) - die dann jedes einzelne Pixel durchdringen und die Flüssigkristallmoleküle drehen. So kann das Licht durch die Farbfilter strömen, um die gewünschten Bilder zu erzeugen. Je größer das elektrische Feld, desto weiter drehen sich die Flüssigkeitskristalle und dementsprechend mehr Licht strömt zum Farbfilter und schließlich zum Auge des Benutzers.
Plasma Displays arbeiten nach dem Prinzip der Gasentladung, analog zu herkömmlichen Leuchtstoffröhren. Auch Plasma Displays haben eine feststehende Matrix, die aus kleinen Gasentladungszellen in den Grundfarben Rot, Grün und Blau besteht. Durch eine hohe elektrische Spannung wird ein elektrischer Überschlag generiert, welcher die Gasfüllung der Zellen durchströmt. Durch die enorm hohe freiwerdende Energie erzeugt das Gasgemisch Photonen im Bereich des ultra-violetten Lichtes. Durch eine entsprechende Phosphorbeschichtung der Zellenfront wird das ultra-violette Licht in die Grundfarben Rot, Grün und Blau gewandelt.
Der Hauptunterschied liegt also darin, dass der Betrachter bei Plasmas direkt auf die Lichtquelle blickt wogegen die Lichtquelle bei LC-Displays hinter der Glasscheibe mit aufgedampften Transistoren und Farbfiltern platziert ist.
Der Größenunterschied
Plasma Hersteller produzieren heute Bildschirme mit Diagonalen größer als 60-Zoll, in der LCD Herstellung ist im Moment 46-Zoll die maximal produzierbare Diagonale. Entwicklungsabteilungen planen jedoch bereits LCDs mit Diagonalen von 50, 60 und sogar 70 Zoll. Während der vergangenen 18 Monate haben sich die Bildschirme der LCDs von 22-Zoll auf 46-Zoll vergrößert - im Grunde genommen verdoppelt - man kann sich also vorstellen, wie die Entwicklung weitergeht.
Vorteile LCD-Technologie gegenüber Plasma
Die Auflösung von LCDs wird immer als der größte Vorteil gegenüber Plasmas angesehen. Obwohl Plasmabildschirme mit sehr großen Bilddiagonalen punkten, ist ihre Auflösung und damit die Bildqualität sehr eingeschränkt. Ein 42" Plasma hat üblicherweise eine Bildauflösung von nur 0,5 MegaPixel. Aktuelle 40" LCDs arbeiten mit einer Auflösung von 1 MegaPixel, 46" LCDs bieten mit 2 MegaPixeln schon heute eine echte HDTV-Auflösung (1920 x 1080).
Es heißt, die Plasma-Technologie bietet Vorteile gegenüber LCDs bezüglich Farbe und Helligkeit, da das Licht beim LCD durch mehrere Schichten strömt. Der rasante Fortschritt in der Hintergrund-beleuchtungs-Technologie wird dem schnell entgegenwirken. Schon heute ist die LCD-Technologie wesentlich weiter, als es die Plasma-Technologie im gleichen "Alter" war. Eine Erhöhung der Helligkeit kann bei LCDs durch die Verwendung zusätzlicher Leuchtstoffröhren erreicht werden. Prinzipiell sind der maximalen Helligkeit somit keine Grenzen gesetzt.
Bei Plasma Displays hingegen wirkt sich das Umgebungslicht zum Teil sehr störend aus. Aufgrund der Verwendung von Glas zur Herstellung der Plasmaoberfläche ist die Reflektion des Umgebungslichtes nicht völlig zu unterdrücken. Dadurch wird der tatsächliche Kontrastwert stark gemindert und die Farbe Schwarz wirkt Grau.
Die Kosteneffizienz der LCD-Technologie gegenüber dem traditionellen CRT ist seit langem bekannt. Allerdings wissen viele nicht, dass das gleiche nun auch gegenüber Plasmas gilt. Wenn man den Energieverbrauch eines 40" LCDs mit dem eines ähnlich großen Plasmas vergleicht, kann man beim LCD eine Einsparung von mindestens 30 % feststellen. Die erwartete Einsparung kann leicht auf 50 % ansteigen, da das Backlight - der größte Leistungsverbraucher - üblicherweise nicht ständig auf "volle Helligkeit" eingestellt ist. Bei einem einzelnen Gerät kann dies nicht als eine drastische Einsparung erachtet werden, aber bei größeren Installationen – 20, 50, 100 oder 1000 Geräte – wird sich das sicher äußerst positiv in der Stromrechnung bemerkbar machen!
Displays, die Phosphor zur Lichterzeugung verwenden (Plasma und Röhren) unterliegen generell einem Alterungsprozess. Der Phosphor "verbraucht" sich mit jeder Betriebsstunde und ist nicht nachfüllbar. Noch dramatischer wirkt sich dieser Effekt bei der Verwendung von Standbildern aus. Schon nach kurzer Zeit - wenige Stunden Dauerbetrieb der einzelnen Zellen - verändern sich die physikalischen Eigenschaften des Phosphors. Dieser Effekt wird allgemein als „Einbrennen“ bezeichnet. Das dargestellte Standbild ist auch bei der Darstellung eines anderen Contents noch zu sehen. Dieser Effekt ist nicht reversibel und wirkt sich sehr negativ auf Farbdarstellung und Kontrast aus. Um diesem Effekt vorzubeugen, verwenden Plasma-Hersteller Funktionen wie "Pixel shift" und "negative Imaging". Die Funktion "Pixel shift" verschiebt den Bildschirmcontent in kurzen Abständen um wenige Pixel. Dadurch kann die Einbrennzeit etwas verlängert werden, die eingebrannte Fläche (Anzahl der eingebrannten Zellen) wird dadurch jedoch größer. "Negative Imaging" vertauscht die schwarzen Flächen mit den weißen, dient also speziell bei der Darstellung von stehenden Texten. Auch diese Funktion kann das Einbrennen nur verzögern, jedoch nicht verhindern.
Der Markt für Notebooks and andere portablen Geräte (Mobiltelefone, PDAs etc.) hat lange eine falsche Vorstellung geschaffen, dass LCDs sehr kleine seitliche Einblickwinkel haben. Es war allgemein bekannt, dass Text unleserlich wurde und Bilder stumpf aussahen wenn man nicht direkt vor dem Bildschirm saß. LCD Hersteller haben sich der Herausforderung gestellt, die Einblickwinkel zu vergrößern, um visuell ansprechendere Bilder zu erzeugen. Heute gibt es Einblickwinkel, die 176° auf beiden Achsen – horizontal und vertikal – erreichen.
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